Digital is the new black!? – Neue Anforderungen an die Beraterauswahl für digitale Transformationsprojekte

Diese Frage würden wohl die meisten Beratungsunternehmen vollständig bejahen. Bei den Kunden liegt gemäss diverser Studien jedoch noch ein viel heterogenes Bild vor. Während einige voll auf den digitalen Trend setzen, gelten andere noch als digitale «Modemuffel». Warum? Digitale Transformationsprojekte sind hochkomplex und sie können an ganz unterschiedlichen Ausgangslagen und Hebeln ansetzen: Digitale Kundenerlebnisse, Digitale Produkte & Services, Prozessautomatisierung, Analytics und Customer Journeys, Plattformgeschäftsmodelle als nur einige Beispiele der vielfältigen Möglichkeiten, mit neuen Technologien Kundenangebote, Prozesse, Systeme und Arbeitsweisen an das neue Marktumfeld anzupassen. Aber nicht alles ist passend für jeden.

Durch die Komplexität und Neuartigkeit der digitalen Themen hat der Bedarf nach externer Beratungsunterstützung im digitalen Umfeld stark zugenommen. Die Erfahrungen der Kunden mit den Resultaten dieser digitalen Transformationsprojekte sind jedoch durchaus gemischt, wie die neueste Beratungsmarkt-Trendstudie der Cardea zeigt. Aus Sicht von nur 18% der Kunden haben die Berater die Erwartung an die Relevanz für und die Verbindung zum Tagesgeschäft erfüllt. Rund jeder vierte Kunde bemängelt zudem fehlende Detailarbeit und Entdeckung von bahnbrechend Neuem durch die Berater.

Die Gründe dazu wurden im Rahmen der Trendstudie ebenfalls evaluiert. Viel hängt damit zusammen, dass digitale Transformationsprojekte ganzheitliche Ansätze und das Zusammenspiel interdisziplinärer Erfahrungen und Kompetenzen erfordern. Dies können scheinbar (noch) nicht alle hybriden Management- und IT-Beratungsunternehmen oder Digitalagenturen, die das Kernportfolio für Digitalisierungsprojekte aus Sicht der Kunden am besten abbilden, bereits vollumfänglich leisten.

Zeit, sich deshalb einmal mit den wichtigsten Eigenschaften auseinanderzusetzen, die Beratungsunternehmen zur erfolgreichen Begleitung von digitalen Transformationsprojekten mitbringen sollten. Diese sind dann Basis für die von Kunden durchzuführenden Kompetenz-Checks und Matching-Kriterien bei der Auswahl von Beratungsunternehmen für digitale Projekte.

Den meisten Kunden fehlt es an Fach- und Technologie-Know-how für neue digitale Themen oder an Umsetzungskapazitäten für digitale Projekte. Wenn man die «Ingredienzen» einer «guten» (erfolgreichen) digitalen Transformation betrachtet, dann muss ein Beratungsunternehmen folgende Kompetenzen nachweisen können:

  • Strategie-Know-how, da jede Veränderung ohne strategischen Fokus nicht erfolgreich sein kann.
  • Innovationsfähigkeit, da durch die neuartigen Marktanforderungen an Kunden zum Teil Geschäftsmodelle, Prozesse oder Systeme grundsätzlich in Frage gestellt werden müssen.
  • Kunden- und Marktverständnis, da jede digitale Transformation an dem Nutzen für das Unternehmen (Erlös) und seiner Kunden (Mehrwert) gemessen werden muss.
  • End-to-end Ansatz & Portfolio, da digitale Transformation nur durch ganzheitliche Betrachtung der Wertschöpfungskette und der «Enabler» (Organisation, Kultur, Menschen, Technik) gelingen kann.
  • Technologie-Verständnis & Analytics, beinhaltend sowohl Kenntnis der neuen Technologien als auch IT-Systemimplementierungs- und Integrationskompetenzen.
  • Marketing-, Kreativ- & Design-Kompetenzen, da Veränderungen im digitalen Zeitalter zunehmend die Verbindung von Front- und Backendprozessen sowie die Ausrichtung an bereichs- und kanalübergreifenden Kundenerlebnissen (Customer Experience) berücksichtigen müssen.
  • «People & Cultural Transformation», da ohne Kompetenzen im Change Management, der «people side» und Organisationsentwicklung Veränderungen nicht nachhaltig verankert werden können.
  • Moderne Methoden im Bereich Innovation, agiles Projektmanagement, Prototyping und Testing, da Geschwindigkeit ein zunehmend entscheidender Faktor darstellt.

Wenige Beratungsunternehmen sind wahrscheinlich in der Lage, alle Kompetenzen in aller Breite und Tiefe vollständig abzudecken. Und auch wenn, gilt es zusätzlich die schwierige Aufgabe der Sicherstellung der reibungslosen Zusammenarbeit in interdisziplinären Teams zu bewältigen.

Für die richtige Beraterwahl ist zu beachten, dass diese Kriterien je nach Ausrichtung der digitalen Transformation unterschiedliche Gewichtungen verlangen können. Mal kann beispielsweise die Technologie, mal die Organisation und die Menschen oder mal neue Produkte und Services im Vordergrund stehen. Zudem gilt es sich zu überlegen, ob im Sinne der Komplexitätsreduktion ein «all in one» (Beratung aus einer Hand), mit allenfalls da und dort Abstrichen an der Breite oder Tiefe spezifischer Kompetenzen, oder Spezialistenberater bevorzugt werden sollen.

Gerade bei digitalen Transformationsprojekten beobachten wir die Tendenz, dass Image/ Brand, Grösse und Internationalität des Beratungsunternehmens für Kunden nicht mehr unbedingt entscheidende Faktoren sind. Lösungs- und Lieferkompetenz werden (in Zukunft) stärker gewichtet. Der Mehrwert von Beratungsunternehmen liegt nicht mehr ausschliesslich in herausragenden funktionalen und fachlichen Skills, überlegenen Methoden und Tools oder Markt- und Branchenwissen.

Die «reine Ansammlung» von Beratungsangeboten sowie von funktionaler und/ oder technologischer Kompetenz reichen nicht bzw. erzeugen noch keinen Mehrwert. Vielmehr geht es darum, ob es Beratungsunternehmen schaffen, ihre Services sinnvoll und multidisziplinär zu kohärenten Leistungsangeboten zu bündeln und dadurch «game changing» Resultate für Kunden zu bieten. Beratungsunternehmen unterscheiden sich zunehmend und kreieren Mehrwert für Kunden durch die Art ihrer Zusammenarbeit mit Kunden und die Fähigkeiten, Lösungen zu erarbeiten und Ergebnisse umzusetzen.

 

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